Katastrophe an der Marmolata
Fugatti: Leute sollen weiterhin auf Berge gehen dürfen
Vor genau einem Jahr riss ein gewaltiger Gletscherbruch an der Marmolata 11 Menschen in den Tod. Mit mehreren Veranstaltungen wurde den Opfern gedacht. „Das Gedenken ist eine Pflicht gegenüber einer Gemeinschaft, die bis ins Herz getroffen wurde. Vorsichtsmaßnahmen sind notwendig, aber gleichzeitig dürfen die Berge nicht abgesperrt werden“, betont der Trentiner Landeshauptmann Maurizio Fugatti.
Marmolata: Katastrophe jährt sich zum ersten Mal – 11 Menschen starben
Ein Jahr ist es her, seit ein riesiger Gletscherbruch an der Marmolata am 3. Juli des Vorjahres 11 Personen in den Tod riss. Am heutigen Montag wird auf der Marmolata eine Messe für die Opfer der Katastrophe gefeiert und im Anschluss eine Gedenktafel angebracht.
Marmolata: 200 Meter lange Spalte im Gletscher entdeckt
Wieder sind alle Augen auf die Marmolata gerichtet: Eine neue, 200 Meter lange und bis zu 35 Meter breite Spalte ist am ohnehin schon gebeutelten Gletscher entstanden. Und das genau 2 Wochen nach dem Gletscherbruch, der 11 Menschen das Leben gekostet hatte.
Drohnen liefern Bodentrupps wertvolle Hinweise
Auf der Marmolata (3343m) läuft auch 6 Tage nach dem verheerenden Gletscherabbruch der Such- und Bergungseinsatz. Von den bisher 10 Todesopfern konnten 4 noch nicht identifiziert werden. 7 der 8 Verletzten liegen noch im Krankenhaus. Die Einsatzkräften setzen vor Ort verstärkt auf den Einsatz von Drohnen, diese liefern den Bodentrupps wertvolle Hinweise.
3 Radarstationen beobachten Gletscherbewegung
Bei der Marmolata-Hütte auf dem Gletscher wurden 3 Radargeräte installiert, mit denen die kleinsten Veränderungen der Gletscherfront – sowohl der abgebrochenen als auch der intakten – erfasst werden können. Die von den Instrumenten erfassten Daten werden zur Analyse und Verarbeitung an ein Kontrollzentrum übermittelt.
Ein Überlebender: „Ich rannte, wurde ohnmächtig und dann war ich allein“
Er hat den Gletscherbruch an der Marmolata vom Sonntag überlebt: Riccardo Franchin. Im Interview mit dem „Corriere della Sera“ erzählt er von den schrecklichen Sekunden, während die Eislawine auf die Bergsteiger herunterbrach. „Ich rannte, ich wurde ohnmächtig und dann war ich allein.“
Augenzeugin: „Wir dachten, jetzt kommt ein Jet im Tiefflug“
Die Tschechin Kristýna Bílková wollte am Sonntag einen unbeschwerten Urlaubstag verbringen und fuhr mit der Seilbahn auf die Marmolata. Dort wurde sie unfreiwillig Augenzeugin einer der größten Bergtragödien der Alpen. Als sich der massive Gletscherbruch löste und ins Tal donnerte, dachte sie, „dass ein Jet im Tiefflug komme“.
Weitere vermisste Personen gefunden – 5 Personen aber noch abgängig
Die Zahl der Vermissten nach dem Einsturz auf der Marmolata ist von 13 auf 5 gesunken. Am Dienstag wurden nämlich weitere Vermisste entweder gefunden oder sind aufgetaucht. Darunter befindet sich ein 30-jähriger Mann aus Fornace bei Trient, der im Krankenhaus Treviso behandelt wird, aber nicht in Lebensgefahr schwebt.
Trotz Sperrgebiet: Wanderer besteigen weiterhin Marmolata
2 Tage nach dem gewaltigen Gletscherbruch an der Marmolata geht die Suche nach den 5 Vermissten weiter. 7 Todesopfer wurden identifiziert, 8 Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Unbeeindruckt von der großen Gefahr scheinen einige Bergsteiger zu sein: Trotz Sperre wurden Wanderer beobachtet, wie sie die Marmolata besteigen.
STOL vor Ort: Die die aktuelle Lage im Einsatzzentrum in Canazei
Auch 48 Stunden nach dem verheerenden Eissturz mit Toten und Vermissten auf der Marmolata in den Dolomiten läuft der Einsatz der Rettungs- und Suchtrupps auf dem Gletscher auf Hochtouren. Im Einsatzzentrum in Canazei hat STOL mit dem Leiter der Flugrettung Trient, Fausto Zambelli, gesprochen.
Dinale: „Eisbrüche vorauszusagen ist unmöglich“
„In diesem Ausmaß hat man so etwas nicht für möglich erachtet“, sagt Südtirols Gletscherexperte und Amtsdirektor für Hydrologie, Roberto Dinale. Dass sich im Sommer Spannungen im Eis bilden, sei normal, „ein Gletscher ist immer in Bewegung, es ist kein ,totes‘ Eis“. Doch im Normalfall gingen dann nur Spalten auf.
400.000 Kubikmeter: Gletscher am Mont Blanc in Bewegung
Eine lange bekannte Risikozone bekommt nach dem Gletscherbruch an der Marmolata neue Aufmerksamkeit: Der Gletscher des Planpincieux auf der italienischen Seite des Mont-Blanc-Massivs droht wegen des für heute Abend erwarteten Sturms abzustürzen.
Glaziologe: „Gletscherzustand wie normalerweise im August“
Roberto Dinale, Direktor im Landesamt für Hydrologie, Hydrographie, Stauanlagen und Glaziologie, findet nach der Bergkatastrophe an der Marmolata klare Worte. Nach einem schneearmen Winter und den seit Wochen anhaltenden hochsommerlichen Temperaturen sind die heimischen Gletscher in einem besorgniserregenden Zustand „wie normalerweise im August“.
„In Südtirol gibt es kaum Gletscher, an denen so etwas möglich wäre“
„Das war ein Unglück“, sagt Klimaforscher Marc Zebisch vom Institut für Erdbeobachtung der Eurac in Bozen zum Gletscherbruch an der Marmolata. „In Südtirol gibt es kaum Gletscher, an denen so etwas möglich wäre – zumindest nicht in dieser Größenordnung.“
Ministerpräsident Draghi: „Ein Drama, das man nicht glauben kann“
In Canazei hat sich Ministerpräsident Mario Draghi am Montagnachmittag vor Ort ein Bild nach dem verheerenden Eissturz auf der Marmolata gemacht. Anschließend bedankte er sich bei den Einsatzkräften und sprach den Hinterbliebenen der Opfer das Mitgefühl des gesamten Landes aus.
Bergtragödie: Rettungshubschrauber im Dauereinsatz
Hochbetrieb am Hubschrauberlandeplatz in Canazei. Knapp 24 Stunden nach dem massiven Gletscherbruch auf der Marmolata (3343m) werden pausenlos Bergretter zur Unglücksstelle geflogen. Zahlreiche Bergsteiger werden noch vermisst – es werden bis zu 20 Todesopfer befürchtet.
Eisblöcke, so groß wie Autos - Der Gletscherbruch auf der Marmolata
Felsbrocken und Eisblöcke, so groß wie Autos, lösten sich am Samstag von der Marmolata und rissen mehrere Menschen mit, die sich auf dem Aufstiegsweg befanden. Bereits 6 Leichen wurden geborgen, weitere 20 Personen gelten als vermisst.
15 Minuten vor der Tragödie verschickt er Selfie – dann kein Lebenszeichen mehr
Bei der Tragödie auf der Marmolata sind mindestens 7 Menschen ums Leben gekommen, 15 Menschen werden noch vermisst. Einer der Vermissten – ein 27-jähriger Mann – schickte nur 15 Minuten vor der Tragödie ein Gipfelfoto an seine Familie, seitdem gibt es kein Lebenszeichen mehr von ihm.
Einsatz auf der Marmolata: Das erlebte ein Südtiroler Bergretter
Nach dem verheerenden Gletscherbruch mit mindestens 6 Toten waren gestern auf der Marmolata auch Südtiroler Rettungskräfte im Einsatz – unter ihnen Karl Nussbaumer, Chef der Bergrettung Sarntal, der mit seiner Suchhündin Kaya an den Unglücksort geflogen wurde. Weil sich zu jeder Zeit weitere Eisbrocken lösen konnten, war die Suche extrem gefährlich, berichtet Nussbaumer. + Von Roberta Costiuc
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